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Costa Rica, Nicaragua: OAS gibt beiden Staaten 48 Stunden Zeit, um ihren Konflikt zu lösen (10. November 2010)

Die Präsidentin von Costa Rica, Laura Chinchilla, kämpft um eine Insel - Foto: Moiso Araya, Public DomainDie OAS (Organization of American Staates) hat Costa Rica und Nicaragua eine Frist von 48 Stunden gesetzt, um eine Lösung für ihren Konflikt zu finden.Vor eine Woche erklärte Costa Rica, Nicaragua verletze sein Hoheitsgebiet durch die Anwesenheit von nicaraguanischen Militärs auf der Insel Calero. Nach Ansicht von Costa Rica gehört dieses Gebiet ihnen. Die Präsidentin von Costa Rica, Laura Chinchilla, sagte: „Die geographischen Karten von beiden Staaten zeigen deutlich die Grenzen, und das betroffene Gebiet gehört uns. Sie ignorieren das Abkommen von Cañas-Jerez. Ich hole das Land wieder, das ist costa-ricanisches Gebiet“. Chinchilla hat sich auf das Abkommen vom Jahr 1858 bezogen, das die Grenze zwischen beiden Staaten festlegt. Es regelt zudem die fortwährende und freie Schiffflussfahrt von Costa Rica sowie die nicaraguanische Beherrschung des Flusses San Juan. Ein anderer Faktor, der diese Krise verschärft hat, war die Anwendung von Google Maps. Darin wird ein Teil der Calero-Insel nicaraguanischem Gebiet zugeschlagen. In seinem Blog für Lateinamerika wies Google darauf hin, dass es eine Ungenauigkeit in Bezug auf die Begrenzung zwischen Costa Rica und Nicaragua gebe und dass kein Land diese Karte benutzen solle, um ggf. in ein anderes Land einzumarschieren. Costa Rica und Nicaragua versuchen beide, eine Lösung zu finden. Der Präsident des Ständigen Rats der OAS, Joaquín Maza, unterbrach bis morgen die außerordentliche Sitzung, um einen Bericht des OAS-Generalsekretärs, José Miguel Insulza, aufgrund der Anwesenheit von nicaraguanischen Militärs in der umstrittenen Zone zu bekommen. Nach 150 Jahren ist die genaue Grenzziehung zwischen beiden Ländern noch immer ein Streitpunkt. Trotz eines Urteils des Internationalen Gerichtshofs in den Den Haag aus dem Jahr 2009 über die Rechte beider Staaten am Grenzfluss konnten sie ihre Probleme nicht beenden (Bildquelle: Moiso Araya, Public Domain).

Costa Rica: Laura Chinchilla gewinnt als erste Frau die Präsidentschaftswahlen (08. Februar 2010)

Laura Chinchilla gewinnt Präsidentschaftswahlen in Costa Rica - Foto: Moiso Araya / Public DomainBei den gestern (07.02.2010) in Costa Rica abgehaltenen Präsidentschaftswahlen setzte sich mit Laura Chinchilla das erste Mal in der Geschichte des Landes eine Frau durch. Die Kandidatin der Mitte-Links-Partei Liberación Nacional (PLN) erreichte nach dem derzeitigen Stand der Auszählungen 46,5 Prozent der Stimmen. Ihre schärfsten Konkurrenten, Ottón Solís von der Partei der Bürgeraktion (PAC) und Otto Guevara von der Partei der Befreiungsbewegung (PML), distanzierte sie deutlich. Sie konnten lediglich 24,2 Prozent beziehungsweise 21,5 Prozent der Stimmen gewinnen. Beide erkannten den Sieg von Chinchilla an. Eine zweite Wahlrunde ist wegen dem Überschreiten der 40 Prozentmarke nicht notwendig. Die neue Präsidentin, Mitglied der gleichen Partei wie Amtsinhaber Oscar Arias, dürfte somit die sozialdemokratische Politik ihres Vorgängers weiterführen. Dennoch warten schwere Aufgaben auf sie, da in einer der stabilsten Demokratien in Zentralamerika mehr und mehr Gewalt wie in den Nachbarländern zum Problem wird. So gab es im vergangenen Jahr mehr als 500 Opfer durch Tötungsverbrechen – Tendenz weiter steigend. Als Hintergrund gelten oft Gewalttaten im Zusammenhang mit Drogenkriminalität, die sich durch die zunehmende Bedeutung Costa Ricas als Transitland stark erhöht. Sicherheit und Gewalt waren entsprechend die wichtigsten Wahlkampfthemen. Das umstrittene Freihandelsabkommen mit den USA (CAFTA), das vor vier Jahren die Wähler in Befürworter und Gegner gespalten hatte und nur mit knapper Mehrheit akzeptiert wurde, spielte bei den jetzigen Wahlen praktisch keine Rolle mehr (Bildquelle: Moiso Araya / Public Domain).


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