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Chile: Fischereiindustrie ist von „El Niño“ stark betroffen (05. Mai 2016)

Chile: Fischereiindustrie ist von „El Niño“ stark betroffen - Foto: Cristián Becerra AbarcaDas Klimaphänomen „El Niño“ des vergangenen Jahres hatte starke Auswirkungen auf die Fischereiindustrie in Chile. Das Ansteigen der Algenblüten (red tide) im Süden Chiles (v.a. vor Aysén und Los Lagos) brachten die Fischerei praktisch zum Erliegen. Die toxischen Algen vergiften die Fische und Meeresfrüchte – und können auch zur Vergiftung von Menschen führen. Die Regierung hat eine Gesundheitswarnung ausgegeben und die Region Lagos zum Katastrophengebiet erklärt, wobei die Fischerei von Meeresfrüchten verboten ist. Sie hat den Fischern Entschädigungen von 100.000 chilenischen Pesos (zirka 130 Euro) angeboten. Diese Ankündigung führte allerdings zum Protest der Fischer, die eine Erhöhung der Zahlungen auf 300.000 chilenische Pesos (zirka 390 Euro) fordern. Von den Algen ist auch die chilenische Lachsindustrie, die zweigrößten weltweit, betroffen. Es wird mit einem Produktionsrückgang von 20% für dieses Jahr gerechnet, was nach Angaben der Industrie und Regierung ungefähr einen Verlust von 800 Millionen US-Dollar bedeutet (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, Cristián Becerra Abarca).

Chile: Auswärtiges Amt gibt Archive über „Colonia Dignidad“ frei (28. April 2016)

Chile: Ehemaliger Lebensmittelladen "Kaffee Morgentau" der Colonia Dignidad in Santiago - Foto: Quetzal-Redaktion, csIm Rahmen der Vorführung des Films „Colonia Dignidad – Es gibt kein zurück“ über die gleichnamige chilenische Sektensiedlung verkündete Außenminister Frank-Walter Steinmeier am vergangenen Dienstag die Öffnung eines Teils der Archive zu diesem Thema. Die rund vier Hundert Aktenbände aus den Jahren 1986 bis 1996 dokumentieren die Rolle der damaligen westdeutschen Diplomatie bei den diversen Verbrechen der Colonia Diginidad. Damit verkürzte Steinmeier die Sperrfrist der Akten um 10 Jahre, während die Frist der übrigen Unterlagen bis 1986 bereits abgelaufen ist. Nachdem die deutsche Regierung bisher eher passiv und intransparent mit dem Thema umgegangen ist, kann dieser Schritt als ein Kurswechsel angesehen werden. Opfer und MenschenrechtlerInnen beklagen allerdings, dass das Auswärtige Amt nicht auch die Archive nach 1996 zugänglich gemacht hat und dass dieser hauptsächlich symbolische Schritt nur auf die Unterlagen des Auswärtigen Amts beschränkt bleibt. Immerhin hat die westdeutsche Botschaft nicht nur weggeschaut und kaum etwas für den Schutz ihrer StaatsbürgerInnen unternommen – sie hat sogar geflohene Sektenopfer wieder an die Kolonie ausgeliefert. Bis heute hat der deutsche Staat zugelassen, dass einerseits viele der TäterInnen aus der Colonia unbehelligt in Deutschland leben, während er andererseits den Opfern bisher keine substantielle Hilfe zukommen ließ (Bildquelle: Quetzal-Redaktion, cs).


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