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    Brasilien: Nichtregierungsorganisationen veröffentlichen Informationen über die Situation im Amazonasgebiet (01. März 2022)

    Noticias_Abholzung_Bild_Quetzal-Redaktion_gcEin kürzlich veröffentlichter Bericht der NGO Amazon Watch und der Vereinigung Indigener Völker Brasiliens (Articulação dos Povos Indígenas do Brasil – APIB) prangert an, dass große Bergbauunternehmen auf geschützten Gebieten in Brasilien tätig werden wollen. Dem Bericht zufolge versuchen neun Konzerne, die von internationalen Banken und Investmentfirmen unterstützt werden, in geschütztes indigenes Land im Amazonas-Regenwald vorzudringen. In dem Dokument wird argumentiert, dass eine solche Ausweitung im Mittelpunkt der Agenda der Regierung Jair Bolsonaros stünde, die darauf abzielt, Umweltgesetze abzubauen und den Bergbausektor zu fördern, indem indigene Gebiete für den industriellen Bergbau geöffnet werden. Im August letzten Jahres war es zu einer großen Mobilisierung von VertreterInnen indigener Völker in der brasilianischen Hauptstadt gekommen, weil der Oberste Gerichtshof (STJ) über die Eigentumsrechte an indigenen Gebieten im Süden des Landes entscheiden sollte – was jedoch ein Schlüsselurteil in Bezug auf die Eigentumsrechte indigener Völker darstellt und nach Ansicht von Experten Auswirkungen auf zahlreiche Streitigkeiten über Naturreserven haben wird. Die Klausel, die nach wie vor im Mittelpunkt der Diskussion steht, bezieht sich auf das sogenannte „Zeitrahmen-Kriterium“, nachdem die Areale, die den indigenen Gemeinschaften gehören, anhand der Gebiete definiert werden, die zum Zeitpunkt der Verabschiedung der Verfassung von 1988 von Gemeinden bewohnt waren. Bolsonaro hat sich offen für das „Zeitrahmen-Kriterium“ ausgesprochen und behauptete, dass die geringe Dichte der indigenen Bevölkerung im Land eher ein Hindernis für die freie landwirtschaftliche Expansion darstellt. Nachdem eine Fristverlängerung beantragt worden war, kündigte der Minister des STJ an, dass das Verfahren im Juni dieses Jahres fortgesetzt werden soll. Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte (IAKMR) hat ihre Besorgnis über verschiedene Gesetzentwürfe in Brasilien geäußert, die einen schweren Rückschlag für die Rechte der indigener Völker bedeuten würden. Dazu gehört auch der Gesetzentwurf 191/2021, der im März 2021 vorgelegt wurde. Die Verabschiedung des Gesetzentwurfs könnte zum Verlust von 160.000 km² Amazonas-Regenwald führen, heißt es in dem jüngst erschienen Bericht; und er fügt hinzu, dass die Abholzung im Zusammenhang mit dem Bergbau im Jahr 2021 im Vergleich zu 2018, dem Jahr in dem Bolsonaro an die Macht kam, um 62 Prozent gestiegen ist. (Bildquelle_Quetzal-Redaktion_gc)

    Brasilien: Toninho Geraes gegen Adele (19. Oktober 2021)

    Noticias_Brasilien_Bild_Quetzal-Redaktion_gcToninho Geraes ist ein brasilianischer Sänger und Songwriter, der eine ganze Reihe von Liedern geschrieben hat, die – meist gesungen von Kollegen – heute bereits Klassiker sind. Außerhalb Brasiliens allerdings dürften ihn wohl nicht allzu viele kennen. Das könnte sich jetzt ändern, denn Geraes erhob den neuesten Plagiatsvorwurf in der brasilianischen Musikszene. Es gab in der internationalen Popmusik schon einige dieser Vorwürfe; die brasilianische Musik ist vielseitig und hat viele Liebhaber. Darunter offensichtlich auch Komponisten in der ganzen Welt, die sich hin und wieder bei brasilianischen Stücken bedienen und das Ergebnis als eigenes Werk ausgeben. Der spektakulärste Fall war zweifellos der von Rod Stewart, der sich bei einem Lied von Jorge Ben Jor bediente und das Plagiat schließlich zugab. Jetzt trifft es die britische Sängerin Adele, die sich mit dem Vorwurf konfrontiert sieht, ihr Song „Million years ago“ aus dem Jahr 2015, plagiiere Geraes’ „Mulheres“. Das Lied, das in der Interpretation von Martinho da Vila ein Hit wurde, stammt aus dem Jahr 1995. Vielleicht hat Toninho Geraes ja recht, wenn er mutmaßt, man hätte wohl geglaubt, dass ‚dieser Bursche aus Brasilien‘ nichts merken würde; noch dazu, bei einem so alten Lied. Der Fall selbst ist nicht mehr ganz neu, denn der Anwalt von Geraes hatte bereits vor einem guten halben Jahr Mahnungen an Adele, den Komponisten Greg Kurstin, das britische Plattenlabel XL Recording und Sony Music geschickt. Eine Antwort kam bisher nur von Sony – man prüfe den Fall. Adele und Kurstin hüllen sich in Schweigen. Derweil sammelt Geraes’ Anwalt Beweise, um Klage erheben zu können. In Brasilien stellen Anwälte im Auftrag der Medien Vermutungen an, ob die Klage Erfolg haben wird und brasilianische Fans gehen mittlerweile nicht sehr nett mit Adele um. Urheberrechtsklagen, so weiß man, sind meist sehr langwierig. Das könnte der Geschichte letztlich eine größere Publizität verschaffen, auch außerhalb Brasiliens. Vermutlich wird dann einige Zeit lang niemand die Frage stellen: Wer ist Toninho Geraes? (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_gc)


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