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Bolivien: Goldhandelsunternehmen soll Einnahmen zurückgewinnen (26. Mai 2021)

noticias_bolivien_mine_huanuni_ToniSPoy_cedib_comIm ersten Jahr der Coronakrise sank das Bruttoinlandsprodukt Lateinamerikas um gut neun Prozent. In Bolivien traf die Krise insbesondere auch den Bergbausektor, der schon länger mit Problemen zu kämpfen hat. Die vorübergehende Schließung zahlreicher Unternehmen aufgrund von Quarantänemaßnahmen führte zu starken Fördereinschränkungen und damit zu Einnahmeverlusten. Zusätzlich bedingte die Krise, dass die Mineralienpreise auf dem Weltmarkt sanken. Für Bolivien führte das bis zum November letzten Jahres zu einen Rückgang der entsprechenden Exporterlöse um 31 Prozent. Doch neben Corona gibt es einen weiteren Faktor der den Niedergang des bolivianischen Bergbausektors beeinflusst und der mit Gold das Metall betrifft, das auf dem Weltmarkt nach wie vor Höchstpreise erzielt. Der Goldexport des Landes ist sehr instabil, er schwankt von Jahr zu Jahr stark. Der Grund für diese Schwankungen ist die unzureichende Kontrolle des Goldabbaus durch den Staat. Die Behörden haben keinen Überblick über die tatsächliche Fördermenge des Edelmetalls, da Unternehmen ihre Erträge nicht wahrheitsgemäß deklarieren und so Lizenzgebühren und Steuern sparen. Spezialisten gehen davon aus, dass mindestens 40 Prozent des abgebauten Goldes illegal gehandelt werden. Dem Land gehen deshalb pro Jahr schätzungsweise Einnahmen in Höhe von mehr als 1.000 Millionen US-Dollar verloren. Dem soll nun Einhalt geboten werden. Die bolivianische Regierung gab vor wenigen Tagen den Plan bekannt, ein Goldhandelsunternehmen zu gründen, um den Schmuggel zu stoppen. In Zusammenarbeit mit der Zentralbank will man die Kontrolle über die Einnahmen aus der Goldförderung erlangen. In die Arbeit sollen auch die regionalen Regierungen und Bürgermeister einbezogen werden, die im Ergebnis mehr Lizenzgebühren für die Ausbeutung von Gold erhalten (Bildquelle: ToniSPoy_cedib_com).

Bolivien: In Chimoré schließt sich der Kreis (12. November 2020)

Noticias_Bolivien_Bild_Quetzal-Redaktion_pgGestern hat Evo Morales seinen tausend Kilometer langen Weg aus dem argentinischen Exil mit einer machtvollen Massenkundgebung in Chimoré beendet. In dem knapp 200 Kilometer von der Departamentshauptstadt entfernten Ort hatte der Ex-Präsident Boliviens, der das Land von 2006 bis 2019 regierte, seine politische Karriere als Gewerkschaftsführer der Kokabauern begonnen. Vor genau einem Jahr, am 12. November 2019, war er vom Flughafen der an der Ruta 4 gelegenen Hochburg der Cocaleros zusammen mit Mitgliedern seiner Regierung in einem Flugzeug der mexikanischen Luftwaffe außer Landes und damit in Sicherheit gebracht worden. Mit seiner gefeierten Rückkehr bestätigt Evo Morales erneut seine unangefochtene Stellung an der Spitze der sozialen Bewegungen Boliviens. Unterdessen hat Luis Arce, der am Sonntag sein Amt als Präsident des Landes angetreten hatte, in La Paz seine Ministerriege vorgestellt. Ihr gehören drei Frauen sowie 13 Männer an. Rogelio Mayta ist für die Außenbeziehungen Boliviens verantwortlich und der bekannte Rechtsanwalt Edmundo Novillo übernimmt das Amt des Verteidigungsministers. Zusammen mit María Nela Prada, die als Ministerin dem Präsidenten direkt untersteht, Marcelo Alejandro Montenegro als Wirtschaftsminister, Felima Gabriela Mendoza als Ministerin für Planung und ihren übrigen Mitgliedern präsentiert sich die neue Regierung als Balance aus jungen und erfahrenen Politikern. Wie Arce bei seiner Amtseinführung betont hat, befindet sich das Land in einer dreifachen Krise: Der Putsch gegen Evo Morales hat das Land nicht nur in ein Krise der Demokratie, sondern auch in eine tiefe ökonomische Krise gestürzt. Das Bruttoinlandsprodukt ist um11,1 Prozent geschrumpft, das Steuerdefizit beläuft sich auf 12,1 Prozent und in den letzten elf Monaten haben sich die Staatsschulden um 4,2 Milliarden US-Dollar erhöht. Hinzu kommt die Krise der Gesundheitssystems, das unter der Last der Covid-19-Pandemie faktisch zusammengebrochen ist. Angesichts dieser Probleme stehe seine Regierung vor gewaltigen Herausforderungen, die nur gemeinsam zu meistern seien, betonte Luis Arce. (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_pg).


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