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Argentinien: Zum Gedenken an die Veteranen und Gefallenen des Malvinas-Krieges (07. April 2021)

Noticias_Argentinien_Malvinas_Bild_Quetzal-Redaktion_solebAm vergangenen Freitag, dem 2. April, wurde in Argentinien der Tag der Veteranen und Gefallenen des Malvinas-Krieges zum 39. Mal begangen. Damit wird an den Beginn des Militärkonflikts zwischen Argentinien und Großbritannien um die Malvinen bzw. Falklandinseln, Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln im Jahr 1982 erinnert. Dieser begann nach dem Versuch Argentiniens, die Inseln mit militärischer Gewalt zurückzuerobern und endete zehn Wochen später mit der Unterzeichnung der Kapitulation Argentiniens vor den Streitkräften der Regierung Thatcher. Den kriegerischen Auseinandersetzungen fielen 649 argentinische und 255 britische Soldaten sowie drei zivile Inselbewohner zum Opfer. Die argentinische Souveränität über diese geopolitisch strategischen Gebiete geht auf die Unabhängigkeitserklärung Argentiniens 1816 über die bis dahin zur spanischen Krone gehörenden Territorien im Südkegel zurück. Die „Malvinas“, deren Name auf das von den Franzosen vergebene Toponym „Malounines“ (St. Maló) zurückzuführen ist, wurden kurz darauf, im Jahr 1833, von der britischen Krone (wieder) besetzt und offiziell in „Falklands“ umbenannt. Der Versuch der Militärjunta, die argentinische Flagge 1982 wieder auf den Inseln zu hissen, machte deutlich, dass ihr Hauptziel vielmehr darin bestand, nach sechs Jahren Staatsterror die Legitimation des Volkes zurückzugewinnen. Abgesehen von der mangelnden Eignung der militärischen Führung zeigten die argentinischen Machthaber ihre Skrupellosigkeit nicht zuletzt dadurch, dass sie die meisten Wehrpflichtige ohne militärische Ausbildung, angemessene Bewaffnung, geeignete Kleidung und ausreichende Versorgung an die Front schickte. Darüber hinaus wurde die willkürliche Anwendung von Folter als Bestrafung im Militär erlaubt. Gruppierungen von argentinischen Kriegsveteranen haben vor kurzem die öffentliche Kampagne Yo también hablo (dt.: Ich spreche auch) gestartet, mit dem Ziel, ehemalige Soldaten, die immer noch darüber schweigen, dass sie während des Krieges Opfer von Folterungen durch ihre eigenen Vorgesetzten waren, zu ermutigen, ihre Klage dem 2007 eröffneten Gerichtsverfahren hinzuzufügen. In diesem Fall werden mindestens 120 Folterhandlungen untersucht, an denen mehr als 95 Angehörige des Militärs beteiligt waren, die als mutmaßliche Folterer angegeben wurden. Für diese Verbrechen wurden bereits 2019 vier Militärangehörige angeklagt und sechs weitere werden in den kommenden Apriltagen vor Gericht aussagen müssen. Seit 1990 beansprucht der argentinische Staat auf diplomatischem Wege nicht nur seine Souveränität über die von Großbritannien besetzten Gebiete, sondern weist auch auf die Nichteinhaltung von Resolutionen der Vereinten Nationen durch die britische Regierung hin – u.a. die Existenz einer britischen Militärbasis auf den Inseln und die Usurpation des natürlichen Ressourcen des Südatlantiks, die dem argentinischen Volk gehören (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_soleb).

Argentinien: Ástor Piazzolla x 100 (11. März 2021)

Noticias_Argentinien_Bild_Quetzal-Redaktion_solebAn einem Tag wie heute, vor genau 100 Jahren, kam Ástor Pantaleón Piazzolla auf die Welt. Piazzollas (Mar del Plata, 1921 – Buenos Aires, 1992) Begegnung mit dem Tango und seinem Hauptinstrument, dem Bandoneon, fand ironischerweise nicht in seiner Heimat statt, sondern im „Big Apple“, wohin die Piazzollas 1925 emigriert waren. Obwohl der Musiker als Verfechter radikaler Veränderungen während des größten Teils seiner Laufbahn von den konservativsten Sektoren des Tangos kritisiert wurde, wird heute sein innovatives Werk weltweit interpretiert und als Lernmaterial analysiert. Gewöhnlich wird gesagt, dass Piazzollas Genie darin besteht, den Tango erneuert zu haben, und zwar im Wesentlichen durch sein Studium der sogenannten klassischen Musik. Obwohl die Rolle der Musik der schriftlichen Tradition und des Jazz bei der Schaffung des Tango Nuevo unbestritten ist, kann die Zurückführung des Wandels auf nur externe Faktoren als ungerecht bezeichnet. Dabei wird der Einfluss von Instrumentalisten und Tango-Arrangeuren seiner Zeit und der vorherigen Generation übersehen – u.a. die Gebrüder De Caro, Pedro Maffia, Pedro Laurenz, Aníbal Troilo, Orlando Goñi, Elvino Vardaro, Alfredo Gobbi, Osvaldo Pugliese und Kicho Díaz. Nicht wenige dieser Elemente wurden von ihm auf die Spitze getrieben und gelten seitdem als Markenzeichnen seiner Musik. In diesem Sinne stellt Ástor Piazzolla insofern als Genie einen Exzess dar – eine außergewöhnliche Kombination aus Sensibilität, Neugier und Intuition, um unterschiedliche, separat entstandene Elemente zu erfassen und Kreativität, Technik, Talent und nicht zuletzt Mut, um sie umzusetzen und zu ihrem maximalen Ausdruck zu bringen. Seine offizielle Diskographie als Solist, Komponist und Arrangeur besteht aus 46 Studioalben und 21 Live-Aufnahmen (Bildquelle: Quetzal-Redaktion_soleb).


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