Venezuelas schwieriger Präsident. Seit fast elf Jahren regiert Hugo Chávez Venezuela, seit fast elf Jahren spricht er jeden Sonntag in seinem TV-Programm “Aló Presidente” zum Volk, meist ganz in Rot gekleidet, mal vom Strand, mal von einer Ranch, mal von einer Kaserne aus. Chávez ist überall, und er wird nicht müde, die “sozialistische Revolution des 21. Jahrhunderts” zu verkünden. Seine Verstaatlichungspolitik hat spürbar an Fahrt gewonnen: Ob Stahl, Zement, Kacheln, Nudeln, Reis, Medizin, Immobilien, Telefone, Banken, Strom und natür- lich Öl – vor dem Zugriff des omnipotenten Präsidenten ist keine Branche sicher. Die zersplitterte Opposition spricht von einer “Kubanisierung” des Ölstaats Venezuela. Dass Chávez in Venezuela fest im Sattel sitzt, liegt nur daran, dass es keine Alternative zu ihm gibt. Seine Wahlerfolge sind Ergebnis der Fehler seiner Vorgänger und der Unfähigkeit der Opposition, die außer Polemik wenig zu bieten hat.